|| ARTmodul MICHELANGELO:WXLP

Charles Wilp, der nach eigener Wertschätzung ’seiner Zeit immer um 30 Jahre voraus‘ war, schuf mit den Kampagnen für Volkswagen, Puschkin und Afri Cola die ersten Meilensteine des Werbefilms, und wurde zu Lebzeiten oft nur auf den ‚Sexy-mini-super-flower-pop-op- Rausch‘ und die lasziven Cola-Nonnen reduziert. ‚Ich bin mir für nichts zu schade und höre voller Faszination, Wissensdurst und Respekt stillschweigend meinen großen Vorbildern Michelangelo, Man Ray und Lucas Cranach zu. Das inspiriert mich.‘ Charles Wilp provoziert, polarisiert, ist mit der erotischen Sinnlichkeit seiner Werke klassenloser Rebell der Kunst. ‚Ich brauche die Reibung, den Kontrast‘, sagt der Weggefährte von Andy Warhol und Joseph Beuys, und setzte gerade mit der hemmungslos sinnlichen SpaceArt einen historischen Meilenstein in die Kunstgeschichte.

‚Der letzte Tag des alten Zeitalters ist mit dem ersten Menschen auf dem Mond endgültig vorbei. Ölfarbe, Leinwand, Firnis und Pappelholz, Materialien der alten Meister und der frühen Gegenwart sind ersetzt von den Magamaterialien der Jetztzeit; schubwuchtige Kompositionen, analog der entfesselten Kräfte der Raketen, erschüttern positiv die Merkwelten einer neuen Kunstepoche,‘ Charles Wilp [ Laudatio zum 100. Geburtstag seines Lehrers und Freundes, Raketenpionier Rudolf Nebel, in der Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt, Bonn 1994]

Wilps ARTmodul MICHELANGELO:WXLP ist eine Huldigung an seinen Alten Meister Michelangelo, der vor 500 Jahren das Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle im Gefühl der Schwerelosigkeit beenden konnte; auf dem Boden liegend malend. Nicht in der Realität der Weltraumfahrt, die der ARTronaut Charles Wilp an Bord der ZERO G Orbitec erleben konnte.

‚Jeder erlebt den Zustand der Schwerelosigkeit auf seine Weise. Der Krebsforscher an Bord hat plötzlich die Idee des ‘Cell – Stretching’ – Ärztin und Kommandant tanzen Wiener Walzer und bestätigen Kubricks Vorahnung für die Filmmusik in 2001.‘ Charles Wilp sah im Film ARTRONAUT 2000X vor seinem geistigen Auge Michelangelos Fliegende Menschen im Himmelsgewölbe der Sixtinischen Kapelle.

Für den ESA Wissenschafts-Astronauten Ulf Merbold ist der Weltraum ‚… ein technologisches Feld, das eine philosophische und sinnliche Seite hat …'(EUROMIR 1994). Wilp flog bei seinen kosmischen Atelierflügen stets an der Grenze von Biosphäre und Weltall. Die neuen Künstler, die ARTronauten, verknüpfen ihre besonders erlebten Sensibilitäten mit den speziellen Erfahrungen der Wissenschaften und werden von den Naturwissenschaftlern nicht nur geduldet, sondern vorgeschlagen und angefordert.

In der Schwerelosigkeit des ARTmodul MICHELANGELO:WXLP, dem temporär von ARTronauten genutzten COLUMBUS Modul der ESA an der ISS, sind Erlebnisse einer anderen Merkwelt, einer neuen Bewusstseinszone, möglich. Die Schwerelosigkeit als Triebfeder für alles Kreative, und synergierende Energie zwischen Kunst und Wissenschaft im Orbit anzuerkennen, um sie danach in transformativen irdischen Entdeckungsreisen aufzuspüren.

ARTRO ist die sichtbar gemachte Sinnlichkeit – der neue Schlüsselreiz, der Geist eines neuen Anfangs : ein Happy New Millennium für die nächsten Lichtjahre des unvorstellbaren X.
WXLP WILP = das X, das Unaussprechliche, das Unfassbare, das scheinbar Unmögliche, das Schöpfungsprinzip selbst darstellen.
ARTRO als neue Skulptur, als der GEDANKE IM RAUM.

Uwe J. Haack | VIRAGE, 2019 #Apollo50th

‚Kunst ist unnütz,
es sei denn,
sie schafft neues Bewusstsein‘ CW

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